Zu Gast bei einer Rosenkennerin und Rosenfreundin in Kolitzheim

Immer auf der Suche nach schönen Gärten hatten wir am Sonntag die Gelegenheit zu einem Besuch bei Christine Bender,  Landwirtschaftsrätin im Gartenbauzentrum Bayern Nord am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Kitzingen, unweit von Schweinfurt in dem idyllischen Dörfchen Kolitzheim.

Sie empfing uns in ihrem Garten vor der alten Remise mit einem Herz aus Rosenblütenblättern und neben ihrer Begrüßung erklärte sie die Bedeutung der Rose und lenkte den Schwerpunkt auf die Historischen Rosen. In einem Korb voller Duft hatte sie Rosenblüten der verschiedenen Rosenklassen, benannte sie und ließ uns daran schnuppern: „So intensiv riechen nur die Alten Rosen“.

Die Rosa damascena ‚Rose de Resht‘ ist die älteste Rose und ihr Duft ist unvergleichlich. Für einen Liter Rosenöl braucht man etwa zwei LKW Ladungen voller Rosenblüten…..jetzt versteht jeder, warum es so teuer und wertvoll ist. In der Vergangenheit galt die Rose besonders wertvoll in der Heilkunde, so dass sie, neben vielen Kräutern, unbedingt auch in die Bauerngärten gepflanzt wurde.  Damals gehörte die Rosa canina quasi zur Medizin. Heute ist sie der Inbegriff der Schönheit und wir stellen fest, dass nach dem 16. Jahrhundert mit Einführung der chinesischen Rosen und die darauf folgenden Züchtungen zugunsten der Schönheit der Duft weichen musste. Die Rose galt aber auch als Nahrungsmittel und damit sind wir schon wieder beim Thema ‚Speis und Trank’…

Sehr anschaulich erklärte sie uns die Herstellung verschiedener Köstlichkeiten und wir durften sie auch probieren: Rosensaft, mit Wasser oder mit Secco, Rosenbutter, Rosengelee auf Quark, Frischkäse ……schier endlos sind die Möglichkeiten mit der Königin der Blumen. In der Hofstelle zeigte sie uns all ihre Rosen, erläuterte Schnitttechnik und Pflege – es war rundherum ein wunderschöner Spätnachmittag.

Mit einem Gang durch den Pfarrgarten von Kolitzheim und einem Gedicht endete die interessante Führung, vielen lieben Dank!

Mit Erlaubnis verweisen wir gern auf die Seite von Christine Bender, hier findet Ihr auch viele erprobte Rezepte ❤

 

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Rosen über Rosen….

Dieses Jahr ist ein Traum für alle Rosenfreunde! Kaum sind Iris und Co. verblüht, kommen die Rosen nach und nach zum Zug. Inzwischen sind bis auf ein paar Spätzünder alle in Blüte…..lasst Rosen sprechen 😉

Hier zunächst neueren Rosen an der Sandsteinmauer

 

Entlang des Zauns zur Straße……

 

Bei den historischen Rosen am Sitzplatz duftet es unbeschreiblich…

An den Übergängen zum nächsten Gartenraum wachsen die Rambler…

Renaissance eines fränkischen Bauerngartens

  • Entstehung und Geschichte des Gartens

Das Anwesen aus dem Jahre 1897 war über Generationen von einer Handwerkerfamilie bewohnt und der Garten entsprechend mit Nutzgarten und Obstwiese angelegt. Die Gartenpflege war durch das Alter des letzten Bewohners stark eingeschränkt. Mit der Übernahme des Anwesens wurde das Grundstück halbiert und der Teil mit den Gebäuden von uns Mitte 2010 übernommen.  Wir wollten unsere Gartenidee hier umsetzen, und dabei vorhandene Elemente wie die Obstwiese, den Teich und die noch vorhandene Bepflanzung mit einbeziehen. Dabei sollte der regionale Bezug gewahrt bleiben, schmückende Elemente sollte aus dem Bestand des Anwesens selbst kommen.

Saure-Gurken-Zeit im Garten??

Natürlich nicht – auch im Garten gibt es ja immer etwas zu entdecken…Ihr erinnert Euch, dass wir im März einige Rosen aus  Sangerhausen mitgebracht hatten? Wir haben sie natürlich gleich eingepflanzt und sie in der trockenen und heißen Zeit  immer mit einer Ration Wasser bedacht!

Darf ich vorstellen?

Das ist Miranda, Rosa damascena (De Sansal 1869). Sie wächst aufrecht bis 1,5 m groß. Ihre Blüten sind wetterunempfindlich, schalenförmig und duften! Sie blüht im Herbst nach und ist sehr winterhart!

 

Kronprinzessin Viktoria , Rosa borbonica, Späth 1888,  (Sport von Souvenir de la Malmaison) Ihre creme-weißen Blüten sind stark gefüllt, haben eine gelbliche Mitte und duften sehr gut. Sie wird bis zu 1 m groß, blüht öfter und ist gut winterhart.

 

Marie Dermar, Noisette, Züchter Rudolf Geschwind 1889. Sie kann bis zu 3 m hoch werden und hat stark gefüllte, geviertelte Blüten mit gelben Staubgefäßen. Sie verströmen einen sehr angenehmen Duft. Sie blüht recht lange von Juni bis zum Frost.

 

Der einzige Herr der Gesellschaft, Prince Charles, konnte sich noch nicht aufraffen….er bekommt also die Extra-Wurst!

Bis bald!! Drückt die Daumen für besseres Wetter in den nächsten Wochen!!

Neue Rankgerüste für alte Rosen

Das Europa-Rosarium Sangerhausen beherbergt die größte Rosensammlung weltweit! Mehr als 8500 Rosensorten sind hier zu sehen. In der letzten Woche bekam ich über die Gesellschaft Deutscher Rosenfreunde e.V. eine Information:                                           „Zur Erhaltung unseres Rosensortimentes müssen jährlich zahlreiche Rosen nachveredelt und gepflanzt werden. Nach diesen Arbeiten bleiben häufig Rosen-Raritäten in Kleinststückzahlen übrig. Hier handelt es sich um Sorten, welche oft im Handel nur noch schwer zu bekommen sind. Wir wissen, dass sich unter den Rosenfreunden einige Liebhaber und Sammler solcher Raritäten befinden. In diesem Jahr können wir Ihnen eine große Anzahl von Rosen anbieten………“

Wir hatten zur Straße hin entlang des Zaunes eine Reihe Rosen gepflanzt, darunter 4 Strauchrosen, die vom Vorbesitzer offenbar in den 80 er Jahren gepflanzt wurden: Öfter blühend, gesundes Laub, einwandfreie, große Blüte, starr hochwachsend und ohne Duft…Schon im vergangenen Jahr gefiel uns ihr Habitus nicht im Zusammenspiel mit der Alba-Rose, der Bourbon-Rose und der englischen Austin-Rose.

 

Die Gelegenheit, sie jetzt im Frühjahr gegen historische Rosen zu tauschen, nahmen wir gleich wahr! So bestellte ich folgende Rosenschätze:

Kronprinzessin Viktoria (Volvert; Späth 1888) Bourbon, ca. 0,80 m
Prince Charles (Hardy um 1842) Bourbon Hybr., ca. 1,50 m
Marie Dermar (Geschwind 1889) Noisette Hybride, bis 3 m
Miranda (de Sansal 1869) Portland, bis 1,50 m

Aus Eichenholz bauten wir jetzt neue Rankgerüste, da auch die ‚Königin von Dänemark‘ so tüchtig zugelegt hat, dass wir sie etwas stützen müssen. Im vergangenen Jahr hatten wir aus Ästen und Rebschnitt ein Rankgerüst gebaut – leider haben wir nicht immer soviel Schnittholz, möchten aber nach vorn schon ein einheitliches Bild, so dass wir das Rankgerüst vom letzten Jahr für eine Rose im Hof nutzen werden.

 

Bis zur Pflanzung ist noch Zeit. Bei längerem Sonnenschein können wir aber schon einige Gartenarbeiten verrichten, wie Rebschnitt, Obstbaumschnitt und Staudenschnitt. Zeit für einen Kaffee an der frischen Luft gibt es auch 😉

Mehr Platz für Rosen

Bisher waren die historischen Rosen in einem Beet links und rechts des Sitzplatzes und ein weiteres im Rücken des Sitzplatzes positioniert Die Neugestaltung sollte die Beete in Form und Größe harmonisch verändern. Wir verbreiterten die Kanten so, dass jetzt eine größere Fläche entstand. Schmale Pfade ermöglichen jetzt den Zugang zu allen Rosen und damit auch eine leichtere Pflege.

 

Nach der großen Hitze konnten wir jetzt die Pflanzen versetzen. Nur noch vereinzelte Exemplare des Frauenmantels schmücken die Kanten, da wir im Frühjahr noch einige andere Stauden einsetzen möchten.

 

Auch farblich harmonieren jetzt die Hortensienbeete mit den Rosen.

 

Auf unserem neuen Gartenplan kann man die Wegführung ganz leicht verfolgen.