Der Ex-und-Hopp-Garten boomt…

Jedes Jahr im Frühling ist es wieder so weit: der Ex-und-Hopp-Garten boomt und die Gartenabteilungen der Bau- und anderen Märkte freuen sich. Hier ein Töpfchen, dort ein Schnäppchen wandert in den Einkaufswagen. Nicht eine Pflanze, sondern fünf – nein, besser noch zehn………Dabei frage ich mich, was ist das Verständnis von Garten und Gärtnern? Hat der Konsum mit seiner Wegwerf-Mentalität auch hier Einzug gehalten?

Für uns ist Garten wie ein lebendiges Wesen, das mit dem ersten Spatenstich über die Aussaat und Pflege über lange Jahre, das Bangen um Witterung, Krankheiten und ungeliebten Bewohnern zu tun hat. Wie bei Kindern freuen wir uns über eine gute Blüte und Ernte wie ein gutes Zeugnis am Jahresende. Auch die Begleitung der Gartenwesen bis zu ihrem Ende gehört dazu – wobei viele Stauden und Bäume uns selbst hoffentlich bis ins hohe Alter erfreuen und überleben werden.

Wie froh sind wir über manchen Pflanzentausch, kleine Mitbringsel für und von Gartenfreunden und Nachbarn….und wir hegen sie und pflegen sie wie einen guten Freund!

 

 

 

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28 Gedanken zu “Der Ex-und-Hopp-Garten boomt…

  1. Schöne Gedanken über unseren Freund, den Garten und was er uns alles sein kann. Ganz besonders auch ein Lehrmeister in Geduld, denn selbst wenn der Garten nachbestückt wird, dauert alles seine Zeit, bis der Charme der Natürlichkeit sichtbar wird.
    Liebe Grüße
    Dani

  2. Zu diesem Thema hab ich schon oft geschrieben. Und ja – es sind die Zeichen der Zeit. Genuss jetzt, sofort, und vor allen Dingen viel! Ausgewachsene Pflanzen, die den Härtetest nicht bestehen und meist nicht über den Winter kommen. Staudengärtnerei ade, Gartenmarkt olé!

    Sigrun

  3. Das sehe ich ganz genau so. Einzig und allein das ewige Umziehen hat mich dazu gebracht, einige Pflanzen zu verlassen. Aber nur, wenn ich wusste, dass sie in guten Händen sein würden. Aus dem letzten Garten habe ich so gut wie alles mitgenommen, weil ich wusste, dass die nach uns null Interesse am Garten hatten. Das hat uns einen kleinen Extralastwagen gekostet. 😉 Mein Mann fand das natürlich etwas übertrieben, aber er hat mich machen lassen. 😀 Jetzt freue ich mich, dass fast alle überlebt haben.

  4. Perfekt ausgedrückt. Ich glaube die Leute wollen gar nicht gärtnern, sondern nur noch dekorieren. Und wenn die Blumen nach ner Woche kaputt sind (denn sonst müsste man sie ja pflegen) dann kommen si in den Müll (nicht Kompost….) und man kauft neue. Lohnt doch gar nicht die Arbeit, sie zu pflegen, so billig wie sie sind.Und man wird nicht dreckig und muß auf nichts achten……..

  5. Manchmal habe ich den Verdacht, dass viele Leute überhaupt nicht wissen, dass viele Pflanzen mehrjährig sind. Das beobachte ich z.B. immer wieder bei der Schwiegermutter, die verblüte Primeln usw. ausgraben und auf den Kompost werfen will. „Aber die sind doch durch!“ Nein, die kommen im nächsten Jahr wieder, wenn man sie nur lässt! (Natürlich gibt es auch einjährige Pflanzen, die man tatsächlich nachsäen oder auch -kaufen muss, aber eben nicht NUR.)

    Dazu kommen dann noch Sonderfälle wie Balkonkastenpflanzungen (die sollen ja IMMER üppig und schön aussehen, sommers wie winters wie zwischendurch) oder Gräber (auf denen ja auch gern die schönsten Stauden, Sträucher und Gräser landen, nur um einen Monat später weggeworfen zu werden). Was meint ihr, wie oft ich schon „Ausgedientes“ vom Friedhof übernommen habe, das nun seit Jahren treu und freudig

    Und dann gibt es natürlich auch „Gärtner“, die einfach tatsächlich die Blumen so schlecht pflegen, dass sie eingehen. Dann muss man natürlich auch jedes Jahr wieder ‚zig neue Töpfchen pflanzen. Man muss ja nicht auf guten Wurzelanschluss achten oder Ausgepflanztes in der Anfangszeit mal öfter gießen oder so. Solche Leute glauben wahrscheinlich wirklich, dass Blumen nicht länger halten als eine Tafel Schokolade.

    Leider erklärt das ja auch niemand. Stattdessen werden alljährlich neue Gartentrends gepusht und den Leuten eingeredet, ihr Garten (oder das Grab auf dem Friedhof) müsste ständig aussehen wie ein Ausstellungsstück. Das lässt sich natürlich nicht mit den Wachstumszyklen der Pflanzen, die eben auch mal verblühen, einziehen oder auch in Ruhe heranwachsen müssen, vereinen. Da muss man halt wegschmeißen und nachkaufen.

    Ich finde das auch wirklich traurig. Schließlich reden wir hier von Lebewesen, nicht von Dekoartikeln. Dass einem Pflanzen trotz guter Pflege eingehen, dass die Schnecken oder die Wühlmäuse oder sonst ein Schädling einem das Beet kahlfrisst oder der Spätfrost junge Triebe oder auch ganze Sträucher tötet – passiert. Aber Pflanzen, sogar mehrjährige, von Anfang an als Wegwerfartikel zu betrachten, ist leider symptomatisch für so Vieles, was in unserer Gesellschaft nicht in Ordnung ist.

    So, genug geschimpft, nun kommt endlich etwas Positives: Dafür ist es umso schöner, wenn man gelegentlich auch mitbekommt, dass Menschen ihre Pflanzen als Gartenfreunde betrachten und sich Mühe geben, dass sie sich wohlfühlen und ein langes Leben haben. Eure abschließenden Gedanken sind wunderschön und ich teile sie von ganzem Herzen!

    Ein schönes Wochenende,
    Christiane

    • Vielen vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar, liebe Christiane! Du sprichst mir aus der Seele, wie vielen anderen an dieser Stelle sicher auch. Ein schönes und hoffentlich auch wärmeres Wochenende ❤

  6. Hallo Sabine!
    Genau deswegen habe ich auch kein Beet mit Saisonblühern aus dem Baumarkt, das ich ständig neu bepflanzen müsste. Ich mag Stauden einfach zu gern und freue mich jedes Frühjahr, die alten Bekannten wiederzusehen.
    VG
    Elke

  7. Hallo,
    Sigruns Bericht hat mich neugierig gemacht. Und schon bin ich hier. Ihr hegt und pflegt einen riesigen, sehr beeindruckenden Garten. Besonders auch die rückenschonenden Hochbeete haben es mir angetan. – Eure Gedanken zu ‚Ex & Hopp‘ teile ich. Auch in meinem Garten gibt es viele Erinnerungsstücke von lieben Menschen, die mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern und die ich ganz besonders im Auge behalte.
    Liebe Grüße
    Edith

  8. Guten Morgen,
    von Sigrun komme ich grad auch herüber und habe mich schon ein bisschen bei euch umgesehen. Einen wunderschön natürlichen Garten habe ich entdecken können mit viel Liebe und Engagement gestaltet. Ich freue mich ebenso über jede Pflanze, die aus einem mir bekannten Garten einzieht aber auch darüber, wenn meine Pflanzen ein schönes neues Zuhause finden.
    Einen netten Maifeiertag wünscht Marita

  9. Hallo Sabine,
    durch Sigruns Bericht bin ich hier gelandet. Ehrlich, ich kannte Euren Blog tatsächlich noch nicht. Habe Euch bei feedly aufgenommen, damit ich nichts verpasse.
    Euer Garten ist ganz nach meinem Geschmack. Ganz toll finde ich die Hochbeetanlage. Bei uns hat es nur zu rechteckiger Symmetrie gereicht.
    Zum Thema dieses Posts. Ich glaube, das hat ganz viel mit Nichtwissen und auch mit Faulheit zu tun. Wegschmeißen, wenn was mit der Blüte durch ist, dann braucht man es nicht zu pflegen. Ich habe in meinem ganzen Leben noch keine Primel auf den Kompost gegeben. Okay, solche Leute haben wahrscheinlich nicht mal einen Komposthaufen, der würde ja auch Arbeit machen. Ein ehemaliger Nachbar, der zum Gärtnern keine Lust hatte, sagte mal: am liebsten würde ich alles betonieren und grün anstreichen. GsD ist es nicht dazu gekommen und sein Schwiegersohn als Nachfolger hat dazu mehr Lust.
    Viele Grüße
    Karen

  10. Am liebsten sind mir die geschenkten Pflanzen im Garten….die mehrjährig Freude machen. Man hat eine ganz andere Beziehung dazu, als zu den gekauften, selbst wenn sie aus einer guten Gärtnerei stammen. So ein Frühlings-Gedenkemein, wie auf deinem Foto habe ich mal von einer lieben Freundin bekommen und es wurde jährlich größer. Traurig, wie viele Pflanzen jährlich für den Müll gegärtnert werden.
    LG Sigrun

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