Obstschnitt

Der Winterschnitt erfolgt bei sonnigem Wetter ab -3°C. Als Werkzeug benötigt man eine Schere mit  zwei Schnittflächen – eine Schere mit einer Schnittfläche und einer Ambossseite sind nicht geeignet, da sie die Fasern quetschen – ein Taschenmesser, künstliche Rinde, für Schnitte ab 20 mm Durchmesser, kein Baumwachs. Dies erhält man am besten im Genossenschaftshandel. Generell kann man sagen, dass der Baumschnitt den Austrieb der Äste anregt. Der Sommerschnitt kann im Juni erfolgen.

Beim Baumschnitt wird unterschieden in Kernobst und Steinobst. Zum Kernobst zählen Apfel und Birne, zum Steinobst gehören Zwetschge, Reine-Claude, Kirsche und Pfirsich.

Apfel

Je stärker der Rückschnitt ist, desto stärker wird der Austrieb werden. – Im Juni werden die Wasserschosser herausgerissen, bzw. mit dem Daumen abgeknickt, nicht geschnitten. Dadurch wird das Wachstum neuer Schosser vermieden. Die Sorte Jacob Fischer ist anfällig für Baumkrebs. Dieser muss herausgeschnitten werden.  Mumien, vertrocknete schwarze Früchte, die auch im Wintern noch am Baum hängen sind Brutplätze für den Baumkrebs und den Apfelwickler. Gegen den Apfelwickler bindet man im Herst Leimbinder um den Stamm, dieser fängt die heraufkrabbelnde Brut bis in den Frühling. Besser soll aber ein Leimanstrich um den Stamm wirken. Im Frühling und Sommer wird ein Topf mit Stroh als Unterschlupf für die Ohrenkneifer in die Bäume gehängt.

Birne

Die Birne ist pflegeleichter als der Apfel. Hier ist auf den Birnengitterrost zu achten, eine Wulst auf der Blattoberseite. Die Übertragung der Keime geschieht durch Wacholder in der Nachbarschaft. Da das Spritzen sehr teuer ist, sollte das Laub entfernt werden und nicht auf den Kompost gelangen. Zu steile Zweige werden abgeschnitten oder ab Mai mit Gewichten abgehängt und zu ertragreicherem Wuchs erzogen.

Zwetschge / Reine-Claude

Diese beiden Sorten regulieren ihr Wachstum selbst. Man schneidet nur vorsichtig, da ein extremes Wachstum folgen kann.

 Kirsche

Bei der Süß- und der Sauerkirsche erfolgt der Schnitt während der Ernte oder danach durch das heraussägen der Äste. Die Ernte der Süßkirsche ist durch die Kirschfruchtfliege gefährdet. Diese befallen die Kirsche, zur Zeit der Kastanienblüte. Sind die Kirschen zu dieser Zeit gelblich, so ist die Gefahr des Befalls groß. Abhilfe schafft man durch das Aufhängen von Gelbfähnchen. Ist die Kirsche von „Gummifluss“ befallen – eine Verdickung am Ast, die durch austretendes Harz sichtbar wird – kann ein Schnitt unterhalb der befallenen Stelle erfolgen.

Pfirsich

Vor der Blüte werden unechte Triebe ausgeschnitten. Dies erkennt man daran, dass sich an der Basis des Triebs nur eine Knospe befindet, die nur ein Blatt wachsen lässt. Triebe mit zwei Knospen nebeneinander bringen die Blüte hervor. Die Triebe werden oberhalb der Blütenansätze gekürzt.

Brombeere

Das Laub wird über den Winter am Trieb belassen. Es kann ein Trieb jeweils links und rechts ausgelegt werden mit max. 3 m Länge. Der Schnitt erfolgt im Februar schräg unter dem Auge vom Blatt weg.

Der Pflanzschnitt

Der veredelte Baum wird so gepflanzt, dass die Veredelungsstelle eine Handbreit über dem Boden liegt. Damit werden Wildtriebe aus der Unterlage vermieden. Der junge Baum soll neben dem Mitteltrieb noch 3, max. 4 Leitäste behalten. Ein Halbstamm darf ab 80 cm Äste ausbilden, der Austrieb darunter wird beschnitten.

Der Erziehungsschnitt

Der Erziehungsschnitt erfolgt im Alter von 3-4 Jahren. Mit dem Schnitt soll die sog. Saftwaage entstehen, eine gleichmäßige Versorgung aller Baumbereiche. Der Schnitt erfolgt ca. 20 cm oberhalb eines Auges. Wächst der Mitteltrieb schräg, kann der Trieb über einem Auge schräg angeschnitten werden. Den besten Ertrag liefern Zweige, die 45° bis waagerecht wachsen. Der Baum kann dazu erzogen werden. Dazu werden ab Mai, wenn der Saft in den Ästen fließt und die Zweige flexibel sind, die Zweige waagerecht gebunden werden oder mit entsprechendem Gewicht behangen werden.

Rezept gegen Blattläuse

Blattläuse werden von Ameisen auf den Baum getragen. Dagegen kann ein Leimring um den Stamm gebunden werden. Befinden sich die Blattläuse im Baum kann man diesen mit einer Emulsion aus Rapsöl und warmem Wasser spritzen.

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